Die falsche Frage
„Ersetzt KI jetzt das Webdesign?“ ist die Frage, die ich am häufigsten höre – und sie führt in die Irre. Sie unterstellt, dass Design vor allem Ausführung ist: Layout bauen, Farben wählen, Text setzen. Das kann KI inzwischen tatsächlich in Sekunden. Aber genau da liegt der Denkfehler. Wenn ein Werkzeug jedem in Sekunden dasselbe liefert, ist das Ergebnis austauschbar – und Austauschbarkeit ist das Gegenteil von dem, wofür ein Unternehmen eine Website baut. Die richtige Frage ist nicht „ersetzt KI das Design“, sondern: Wo macht sie das Ergebnis besser, und wo macht sie beliebig?
Wo KI wirklich hilft
KI ist stark, wo es um Menge, Geschwindigkeit und Varianten geht. In echten Projekten nutze ich sie für genau solche Aufgaben: erste Textentwürfe, die ich danach schärfe. Bildvarianten, um eine Richtung schnell sichtbar zu machen. Wiederkehrende Code-Muster, die sonst Zeit fressen. Übersetzungen als Grundlage, nicht als Endstand. Der gemeinsame Nenner: KI übernimmt die Fleißarbeit, damit mehr Zeit für die Entscheidungen bleibt, auf die es ankommt. Sie ist ein Verstärker – sie macht gute Arbeit schneller. Sie macht aus mittelmäßiger Arbeit aber keine gute.
Wo KI schadet
Der teuerste Fehler ist, KI die Entscheidungen treffen zu lassen, die eigentlich deine sind. Eine Seite, die komplett aus generischen KI-Bausteinen entsteht, sieht aus wie tausend andere: dieselben Formulierungen, dieselbe Stockbild-Ästhetik, dieselbe Struktur. Der Besucher spürt das, auch wenn er es nicht benennen kann – und Vertrauen entsteht so nicht. Dazu kommt ein handfestes Risiko: KI erfindet Dinge. Falsche Fakten, ausgedachte Zahlen, Formulierungen, die rechtlich heikel sind. Was auf deiner Website steht, verantwortest du – nicht das Modell. Deshalb geht bei mir kein KI-Text ungeprüft live. Nie.
Ich rede nicht über KI, ich baue damit
Die meisten, die über KI im Webdesign reden, benutzen sie als Buzzword. Ich sehe das anders, weil ich auf der anderen Seite stehe.
BEISPIEL — Mit BrAInEngine habe ich als Einzelunternehmerin eine ganze KI-Plattform entwickelt – von der Idee bis zum Launch. Ich weiß deshalb aus erster Hand, was diese Modelle können und wo sie an Grenzen stoßen, weil ich sie nicht nur benutze, sondern in ein echtes Produkt eingebaut habe. Diese Praxis nehme ich in jedes Webprojekt mit.
Das ist der Unterschied zwischen „wir nutzen jetzt auch KI“ und tatsächlich zu wissen, wann ein Modell hilft und wann es dich in die Irre führt. Autorität bei KI kommt nicht vom Reden darüber, sondern vom Bauen damit.
Der eigentliche Wettbewerbsvorteil
Der Vorteil liegt nicht darin, KI zu benutzen – das tun bald alle. Er liegt darin, sie richtig einzusetzen: die Fleißarbeit beschleunigen, ohne die Substanz zu verlieren, die eine Seite unverwechselbar macht. Am Ende gilt dasselbe wie immer im guten Design: Das Werkzeug ist nie der Punkt. Der Punkt ist, was du damit für deine Kunden erreichst. KI ist ein starkes Werkzeug – aber sie ersetzt kein Urteilsvermögen. Und genau dieses Urteilsvermögen bringe ich in jedes Projekt ein.








